Diese Seite beschreibt die offene Stilrichtung im Karate des DKV (stiloffenes Karate, SOK) und deren Umsetzung im UKD Stuttgart.
Sie dient der Information der UKD Mitglieder sowie am Verein interessierten und hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit im Bezug auf das stiloffene Karate.
Kurzportrait zum Selbstverständnis:
Karate ist eine Kampfkunst und hatte das Ziel der Selbstverteidigung.
Heute hat Karate neben der Selbstverteidigung auch einen sportlichen Charakter in Kata und Kumite. Beiden Charakteren trägt die offene Stilrichtung Rechnung.
Im Stiloffenen Karate ist die Kata die Ausgangsbasis. Aus ihr werden Grundschultechniken (Kihon) abgeleitet. Anwendungen des Karate finden sich in Bunkai, Kumite und der Selbstverteidigung (SV).
Während Kata, Kihon und Bunkai noch stilrichtungsgebunden (Shotokan Ryu, Wado Ryu, Gojo Ryu) sind, verschwimmt diese differenzierende Eigenschaft im Kumite und der SV (eine Übersicht über Kata und Stilrichtung gibt die Wikipediaseite unter
Karate_kata).
Das
UKD Karate Training ermöglicht das Studium aller Anwendungen des Karate und veranstaltet jährlich zu jedem Anwendungsbereich einen qualitativ hochwertigen
Lehrgang. Kata, Kihon und Bunkai orientieren sich im UKD Stuttgart am Shotokan Ryu.
Die Kata ist eine Form, eine Aneinanderreihnung von Techniken.
Sie stellt eine abstrahierte Überlieferung von Techniken zur Selbstverteidigung dar. Diese Art ist einprägsamer als einzelne von einander getrennte Techniken zu überliefern.
Die Kata gestattet damit das Üben von Selbstverteidigungstechniken ohne Partner.
Jede Kata stellt eine in sich geschlossene Form/Art/Stil dar. Die Heian/Pinan Kata bilden dabei eine Ausnahme. Sie wurden für den Unterricht in öffentlichen Schulen entwickelt. Dabei wurden gefährliche Techniken entfernt oder entschärft. Nichtsdestotrotz zeigen die Heian/Pinan Kata effiziente Techniken der Selbstverteidigung.
Die Kata bildet methodisch die Feinform, da sie Techniken kombiniert und die Richtungen variiert.
Bezeichnet die Grundschule, das Erlernen, Festigen und Üben von Techniken.
Die Techniken sind der Kata entnommen und werden gegf. modifiziert und angepasst
Das Kihon stellt methodisch die Grobform dar. In ihm wird folgendes geübt, um die Grundlage für Kata und SV/Kumite/Bunkai zu schaffen:
Im Stiloffenen Karate wird bewusst auf ein vordefiniertes
Prüfungsprogramm verzichtet. Prüfungenstechniken werden nach Ansage des Prüfers gezeigt. Dieses Vorgehen schult die körperliche wie geistige Flexibilität und Umstellfähigkeit des Karateka und fördert die Außeinandersetzung des Karateka mit der Kata einer Stufe.
Die Anwendungen stellen methodisch die Feinstform dar. In ihnen werden die Grundlagen des Kihon und der Kata vorausgesetzt. Hinzu kommt der direkte Aspekt des Gegners/Partners, da nun die Techniken so kombiniert und variiert eingesetzt werden müssen, um auf einen Gegner/Partner zu reagieren. Die Flexibilität und die Reaktion stehen hier im Mittelpunkt.
Bezeichnet die Anwendung der Kata-Techniken und deren Interpretation
Startpunkt ist eine Kata-Technik oder Sequenz. Das Bunkai bringt diese Form in einen Zusammenhang zwischen einem Angreifer und einem Bedrohten.
Beim Bunkai muss sich der Anwender eine geeignete Bedrohung/Ausgangssituation überlegen
Da durch häufige Überlieferungen die Bewegungsausführung in einer Kata in vielen Fällen sehr stark vereinfacht wurde, ist häufig nur noch das dahinterliegende Prinzip erkennbar. Ein Prinzip ist beispielsweise: „Mache eine Drehung mit einer Armebewegung von innen nach aussen.“ So müssen z.B. kleine Bewegungen der Hand oder der Stand der Bedrohung angepasst werden. Kata-Interpretation ist also ein iterativer Prozess.
Bunkai übt
Bezeichnet den sportlichen Vergleich mit Wettkampfgedanken
Der Wettkampf läuft nach vorgegebenen Regeln ab
Die Techniken der Kata verwischen oder werden stark modifiziert
Kumite übt
Bezeichnet die Anwendung von Karatetechniken in einem realen Zusammenhang
Startpunkt ist eine Bedrohung, ein Angriff, z.B. Greifen, Fassen, Schwinger, …
SV wendet Karatetechniken an, um diese Bedrohung abzuwenden
SV übt
Distanzgefühl
Stressbewältigung
Technikeffizienz
Bunkai startet bei der Kata. Die Kata gibt Technikfolgen vor. Der Anwender muss sich die Bedrohung, den Angriff erschliessen. Leider ist die ursprüngliche Bedeutung der Technikfolgen über die Jahrhunderte meist verloren gegangen, so dass dieser Punkt sehr viel Raum zur Interpretation bietet.
SV startet bei der Bedrohung. Der Karateka muss sich die richtigen Techniken aus der Kata aussuchen und diese auf die aktuelle Bedrohungssituation adaptieren.
Bunkai und SV sind damit verwandt und unterscheiden sich nur in der prinzipiellen Herangehensweise.
Im UKD Training übt SV/Goshin diese Selbstverteidigungstechniken durch Drills und Sparrings während das reguläre Kata/Bunkai auf die möglichen Anwendungen der Katatechniken/sequenzen verweist.

Gichin Funakoshi
Karate-Do Kyohan: The Master Text
ISBN 0870111906
$23.31

Iain Abernethy
Bunkai-Jutsu: The Practical Application of Karate Kata
ISBN 0953893219
EUR 20,90

Bill Burgar
Five Years, One Kata
ISBN 0954446607
$35.95

Tuttle Publishing
The Bible of Karate Bubishi
ISBN 0804820155
$44.06

Gennosuke Higaki
Hidden Karate: The True Bunkai For Heian Katas And Naihanchi
ISBN 4902481960
$40.00

Rick Clark
75 Down Blocks: Refining Karate Techniques
ISBN 0804832188
$5.16