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Inhaltsverzeichnis
Kata Bunkai - Methoden zur Interpretation der Kata (Teil 3)
Sebastian Gunreben, Nicolas Hofele Der erste Teil der Trilogie ordnete Karate in den geschichtlichen Zusammenhang ein und beschreibt die Umstände warum die realistischen Anwendungen zur Selbstverteidigung verloren gegangen sind. Der zweite Teil klassifiziert mögliche Angriffsmuster der Selbstverteidigung nach Häufigkeiten und Techniken. Der vorliegende letzte Teil beschreibt die Anforderungen der gefundenen Anwendungen und zeigt Methoden zur Interpretation der Kata auf. Methoden zur Interpretation der KataMehrere Autoren, darunter Rick Clark [1], Pat McCarthy [2], Ashley Croft [3], Lawrence Kane, Kris Wilder [4], Gennosuke Higaki [5], Bill Burgar [6] sowie Iain Abernethy [7] schlagen Methoden vor, die es gestatten können, die Angriffe der Selbstverteidigung aus Teil 2 den Kata-Sequenzen/Techniken zuzuordnen. In der Regel gelang es ihnen in ihren Veröffentlichungen, die Aspekte realer Bedrohungen zu reflektieren und Bunkai-Techniken zu hinterfragen, doch nicht immer konnten mit den vorgeschlagenen Methoden alle Zweifel ausgeräumt werden. Aus diesem Grund geben wir hier eine Übersicht über die Aspekte, die sich konsistent bei mehreren Autoren wiederfinden lassen. Die Übersicht ist als solche unvollständig und soll nicht als absolut betrachtet werden. Sie ermöglicht vielmehr, Kata-Techniken zu hinterfragen und Bunkai-Anwendungen konkret zu bewerten. Zuerst benennen wir Anforderungen an realisitische SV-Techniken und danach zeigen wir Methoden der Kata-Interpretation auf. Ausgewählte Anforderungen an Techniken zur Selbstverteidigung
Interpretationshilfen der Kata Techniken für effektives Bunkai
Ob alle diese Interpretationsmöglichkeiten in jeder Kata zu jeder Technik angewandt werden können, darf zurecht bezweifelt werden. Fakt ist aber auch, dass selbst die Anwendung weniger Prinzipien zusammen mit den Angriffsszenarien aus Teil 2 für sehr viele Techniken schlüssige und wirkungsvolle Anwendungen ergeben. Jede mögliche Kata Interpretation/Anwendung sollte daher hinterfragt werden, ob und in welchen Teilen sie den Bunkai Anforderungen genügt. Kane und Wilder schlagen in [4] sogar eine Checkliste vor, die unter anderem obige Merkmale einer Anwendung hinterfragt. Eine ähnliche Checkliste, die bei der Entschlüsselung von Kata-Bewegungen hilfreich sein kann, findet sich auch bei Bill Burgar [6], der die Kata Gojushiho untersucht hat. ZusammenfassungAuf Grund der Geschichte haben sich die im heute verbreiteten Karate angewandten Techniken, nach wie vor manifestiert in den Kata, sehr stark von den ursprünglichen Anwendungen der Selbstverteidigung entfernt (Teil 1). Um die ursprünglichen Anwendungen wiederzuerlangen, müssen verschiedene Aspekte berücksichtigt werden. Zum einem muss das Angreiferbild stimmen, d.h. aus einer sehr großen Zahl möglicher Angriffe gibt die Kata Lösungen auf die wahrscheinlichsten Angriffe (Teil 2). Zum anderen müssen die Technik und die Technikausführung zum Angriffsmuster passen. Dies erfordert das genaue Hinterfragen und die Bewertung des Kata-Bunkai anhand des zusammengestellten Fragenkatalogs (Teil 3). Bunkai ist immer mehrdeutig und nie absolut, die vorgestellte Methode gestattet es aber, Bunkai substantiell zu bewerten. Betrachtet man nun die Selbstverteidigung einerseits und Kata-Bunkai andererseits, nähern sich beide Welten der gleichen Situation aus verschiedenen Richtungen. Die Selbstverteidigung gibt realistische und wahrscheinliche Angriffe und Situationen vor. Die Abwehrtechniken werden nicht weiter spezifiziert und sind Auslegungen überlassen. Auf der anderen Seite zeigt die Kata Selbstverteidigungstechniken, lässt allerdings die genauen Angriffsszenarien im Unklaren. Wenn man die richtigen Angriffe mit den entsprechenden Kata-Techniken kombiniert, ist Selbstverteidigung Kata-Bunkai und Kata-Bunkai ist Selbstverteidigung. Realistisches Bunkai und realistische Selbstverteidigung verschmelzen damit zu einer Einheit. Referenzen1)
Nur 7-10% der Erwachsenen sind Linkshänder
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