Bericht vom Sommerlehrgang im Montafon

Abschlussphoto Montafon Der diesjährige Sommerlehrgang im Montafon stand ganz im Zeichen besonderer Timings. Während sich in den Wochen vor dem 21.08.2011 der Sommer in Mitteleuropa nur an ausgewiesenen Stellen und zur dedizierten Zeitpunkten zeigte, wurde es im Montafon am Anreisetag des UKD Stuttgart plötzlich Hochsommer mit 30 Grad und mehr. Dieser Sommer sollte auch eine ganze Woche lang anhalten. Das Timing zwischen UKD und Wetter war vortrefflich.

In diesem Jahr zog es den UKD Stuttgart in die JuFa Montafon am Fusse des Bartholomäberg. Neben der neuen Örtlichkeit wurde auch das Trainingsprogramm im Vergleich zu den vergangenen Jahres etwas modifiziert. Die Organisation kam dem Wunsch nach mehr Freizeit und weniger Training nach und verpflichtete in diesem Jahr drei Trainer: Elke Spegg für Qi Gong und Shiatsu, Janez Skerlak für Kata/Bunkai und Ian Afful für Kumite. Die gewonnene Zeit wurde in eine ausgiebige Mittagspause investiert, die meist im Panoramafreibad Schruns verbacht wurde. Vor der Mittagspause begann der Tag bereits um 7 Uhr in der Halle mit Kumite. Nach dem Frühstück ging es weiter mit Kata und endete mit Qi Gong. Um 15:45 Uhr gab es dann die zweite Kumite Einheit gefolgt von Kata/Bunkai. Nach dem Abendessen klang der Trainingstag mit Shiatsu aus. Der Mittwoch war trainingsfrei, hier ging es in den Hochseilgartem am Bewegungsberg Golm und mit dem Golm Coaster wieder herunter. Am Freitag fand der Lehrgang seinen Abschluss und endete im Abenteuerspielplatz beim Grillen.

Zeit Mo Di Mi Do Fr
07.00 - 08.00 Kumite I
Ian
Kumite I
Ian
Kumite I
Ian
08.00 - 09.30 Frühstück
09.30 - 10.45 Kata Kihon Jion (US/OS)
Janez
Kata Kihon Jion (US/OS)
Janez
Ausflug Kata Kihon Jion (US/OS)
Janez
Lehrgangsabschluss
10.45 - 11.45 Qi Gong
Elke
Qi Gong
Elke
Hochseilpark Qi Gong
Elke
Lehrgangsolympiade
11.45 - 15.45 Mittagspause/ZBV
15.45 - 16.45 Kumite II
Ian
Kumite II
Ian
Kumite II
Ian
16.45 - 18.00 Kata Bunkai (US/OS)
Janez
Kata Bunkai (US/OS)
Janez
Kata Bunkai (US/OS)
Janez
18.00 - 19.30 Abendessen Gemeinsamer Abschlussabend/Grillen
20.00 - 21.00 Shiatsu
Elke
Shiatsu
Elke
Shiatsu
Elke
Shiatsu
Elke

Trainingsinhalte

In Ians Kumite es am Morgen um Bewegungsmuster. Raus aus der Angriffslinie und Konter war die Devise. Auch hier war wieder präzises Timing erforderlich, um den rechten Moment zum Ausweichen abzupassen, um dann direkt zu kontern. In der Nachmittagseinheit wurde Mawashi und UraMawashi geübt. Hier ging es um schnelle und präzise Ausführung dieser Fusstechniken in Angriffskombinationen.

In der Kata Einheit von Janez war die Kata Jion Thema. Am Morgen wurden einzelne Passagen in Kihon geübt und die Kata nach und nach zusammengesetzt. Am Nachmittag wurde dann die Anwendung der Passagen mit dem Partner im Bunkai angewandt. Die Kata Jion eignete sich sehr gut als Trainingsinhalt, da die Gruppe aus Orange- bis Schwarzgurten mit einer starken Mittelstufe bestand. Da die Techniken der Kata viele Elemente der Heian Reihe enthielten war diese Kata auch für die Unterstufe geeignet.

Elke bereitete dieses Jahr ein chinesisches Duft Qi Gong vor. Dabei ging es weniger um die olfaktorischen Wahrnehmungen als die Reinigung von negatischen Gedanken und der physischen Entgiftung. Da die Bewegungen sehr einfach waren, liesen sie sich einfach nachahmen, so dass die Gedanken weniger mit der Ausführung beschäftigt wurden und sich der Geist so freimachen konnte. Im Shiatsu widmeten wir uns den Hauptmeridianen mit den Elementen Metall, Erde, Feuer, Wasser und Holz. In jeder der vier Einheiten widmeten wir uns einem Element, das wir zuerst durch Klopfen anregten und schliesslich durch geeignete Gewichtsverlagerung stiumlierten.

Der freie Mittwoch

Der Mittwoch war trainingsfrei. Angeboten wurde ein Ausflug auf den Bewegungsberg Golm. Dort gab es bei den großen Stauseen einen Hochseilgarten mit acht verschiedenen Parcours. Das Erreichen des Parks sicherte sich eine gemütliche Gondelfahrt von der Talstation aus. Der Zurückkommen gewährleistete die 2.6km lange Sommerrodelbahn Alpine Coaster. Dieses Angebot nahmen die meisten Teilnehmer wahr oder kombinierten es mit Wanderungen oder Fahrradtouren in der Nähe des Golm.

Im Hochseilgarten stand das Geschick und der Mut im Vordergrund. In größer Höhe mussten Parcours überwunden werden, die Gleichgewichtssinn, Geschick und etwas Kraft erforderten. Manchmal erforderte es auch ein bisschen Geduld, wenn es mal gar icht vorwärts ging :). Die drei Stunden wurden dabei voll ausgeschöpft. Der ein oder andere blaue Fleck war allerdings nicht vermeidbar. Die Bäume wichen in den wenigsten Fälle aus.

Die Sommerrodelbahn Alpine Coaster war das Action Spektakel schlechthin. Im vollen Karacho ging es in Bögen und Kurven hinunter ins Tal. Die Fahrt glich einer Achterbahn, wenngleich die Überschläge und Loopings fehlten. Große Abstände zum Vordermann ermöglichten die eigene Geschwindigkeitshemmschwelle zu erfahren. Leider gab es aber auch Sonntagsfahrer, die nicht überholt werden konnten. Dann blieb nur das landschaftliche Toperlebnis des rasenden Abstiegs.

Der Freitag

Der Freitag war zweigeteilt. Am Morgen endete der Lehrgang in einer gemeinsamen Trainingseinheit mit allen Teilnehmern und Trainern, während der Nachmittag zur freien Verfügung stand. Am Abend wurde gegrillt.

Die gemeinsame Trainingseinheit begann mit einer Qi Gong Einheit mit Elke, die Elemente der vergangenen Woche wiederholte. Ian wiederholte Passagen aus seinem Training, besonders das Ippon Kumite in Wettkampfumgebung. Janez wiederholte die Kata Jion und einige Kihon Elemente daraus. Am Ende dankte Yvonne den Trainern für Ihr Engagement mit kleinen Spezialitäten aus der Region und beendete den offiziellen Lehrgangsteil.

Im Anschluss daran folgte die Lehrgangsolympiade, ein kleiner Wettkampf zweier Gruppen mit Karate und gruppendynamischen Aspekten. Es galt die eigenen Gruppenmitglieder aufzufädeln, so viele Gyaku Zukis wie möglich zu schlagen oder als Gruppenbündel einen Parcours abzulaufen. Auch sollte die Gruppe gemeinsam die Kata Jion laufen und ein Quiz lösen. Höhepunkt war das zu erstellende Gedicht mit den Begriffen Bartholomäberg, Käs, Montafon und JuFa, dass am Abend vorgetragen wurde.

Da der Nachmittag wieder gänzlich frei war, beschloss das Gro den Silvretta Stausee zu besichtigen und einmal drum rum zu laufen. Auf den 2030m Höhe war das Klima zwar etwas frischer, aber trotzdem lies es sich gut mit kurzen Shorts und Shirts leben. Der kurze Regenschauer dabei irgnorierten wir solange bis wieder die Sonne schien. Die Fahrt allein war schon ein Erlebnis. In Serpentienen schlängelte sich die Strasse vom Tal bis auf ganz hinauf. Dabei waren die Strassen so schmall, dass Busse größte Schwierigkeiten hatten, die Kurve zu nehmen. Die komplette Strassenbreite benötigten Sie dabei allemal.

Rückreise

Trainer in Montafon Timing war auch der Gedanke, der sich am Samstag, dem Rückreisetag einstellte. Am Morgen regnete es aus allen Wolken und die Temperatur hatte merklich abgekühlt. Von 32 Grad am Vortag blieben gerade mal 11 Grad. Gut, dass es an diesem Tag nur zurückzufahren galt und damit das Wetter zweitrangig war. Das Regenwetter setzte also genau zum richtigen Zeitpunkt ein.

Ein weiterer Timingaspekt war die unglaubliche Verkehrsdurchsage auf dem Weg nach Hause. Durch den Temperatursturz kam es in den höheren Lagen zu Schneefall. Konkret war die Silvretta Hochalpenstrasse am Samstag Morgen nur mit Schneeketten zu befahren [sic!]. Die gleiche Straße, die am Tag zuvor in der Sonne glänzte, war jetzt Schnee bedeckt - unglaublich. Die Rückreise in den verschiedenen Autos und mit den verschiedenen Zielen bildete den Abschluss der Woche.

Abschluss

Nicht repräsentative Umfragen haben ergeben, dass die Woche sehr schön war und Sport und Freizeit gut durchmischt wurden. Mit den besten Empfehlungen an die JuFa Montafon!

Bilder vom UKD Sommerlehrgang im Montafon

Sebastian Gunreben 2011/08/27 19:07

 
www/dojo/events/2011-08-21montafon/bericht.txt · Zuletzt geändert: 2011/09/25 16:30 von sebastian
 
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