Bericht vom 2. Iain Abernethy Lehrgang 2010 in Stuttgart

Schon zum zweiten Mal lud das Uni Karate Dojo Stuttgart Iain Abernethy aus England ein. Iain ist ausgezeichneter Bunkai- und Selbstverteidigungsspezialist und Träger des 5. Dan. Er orientiert das Kata Bunkai an realistischen Situationen und wahrscheinlichen Angriffen und rückt somit das Bunkai in die Nähe der Selbstverteidigung, aus der es orginär herkommt. Auf dem letzten Lehrgang zeigte er die Anwendungen der Tekki Shodan, dieses Jahr hatte der Lehrgang die Kanku Dai/Kushanku zum Thema. Über die beiden Lehrgangstage hinweg, zeigte Iain Bunkai-Anwendungen zu jeder Bewegung der Kata, wobei der Schwerpunkt wie immer darauf lag, dass alle Techniken und Kombinationen in einer realen Auseinandersetzung auch tatsächlich erfolgreich angewendet werden können, um selbige rasch und entschieden zu beenden.

Als Teilnehmer konnten wir vor allem weitgereiste Teilnehmer begrüßen. Sie kamen aus München, Augsburg, Nürnberg, Köln, Berlin und Dortmund, aber auch internationale Teilnehmer aus Dänemark und Belgien wohnten diesem Event mit großem Interesse bei. Viele von ihnen waren Wiederholungstäter, die uns schon zum zweiten Mal besuchten.

Bevor es am Samstag richtig los ging, gab Iain am Freitagabend eine Trainingseinheit im kleinen Kreis exklusiv nur für UKD-Mitglieder - vorzugsweise unter Beteiligung unserer Goshin-/Bunkai-Enthusiasten. Das Hauptthema waren Bodenkampftechniken, insbesondere das sich Lösen vom Gegner und Pratzentraining für den Kampf am Boden. Wie immer legte Iain besonderen Wert darauf, dass die vermittelten Techniken ausschließlich für reale Auseinandersetzungen, in denen man mit dem Gegner auf dem Boden landet, bestimmt sind. Hierbei war es wieder faszinierend zu erleben, wie effektiv die Techniken und Prinzipien der Kata auch am Boden liegend angewandt werden können.

Am Samstag startete offiziell der ausgebuchte Lehrgang. Iain veranschaulichte eindrucksvoll, dass der Macher der Kata, Tode Sakugawa, der die Techniken von Kushanku erlernte, an den Anfang einfach anzuwendende Techniken und Konzepte gestellt hatte, die über die Länge der Kata immer komplexer werden. Entsprechend strukturierte er den Lehrgang, begann einfach und steigerte sich dann kontinuierlich. Die Kanku Dai wurde komplett zerlegt und Iain zeigte uns intensiv das Bunkai der Kata. Das Bunkai beinhaltet hauptsächlich Techniken gegen Schlagen und Greifen, die statistisch gesehen wahrscheinlichsten Angriffe. Der Schwerpunkt lag in der Kontrolle der gegnerischen Arme und gleichzeitig ausgeführten Schlägen und Tritten, ergänzt durch Befreiungen aus Griffen und der Anwendung von Hebeln, sowie Techniken, die den Gegner zu Boden bringen. Iain demonstrierte jede Technik am Partner und gab hierbei seine Erläuterungen, gespickt mit viel Humor und der einen oder anderen Anekdote passend zum Thema. Neben initialen Abwehren konnte Iain der Kata noch Alternativen und Optionen entlocken, falls die ursprüngliche Technik nicht funktionierte. Es war faszinierend, wie viele verschiedene Alternativen den Kata-Bewegungen entnommen werden konnten, um immer eine Alternative in der Hinterhand zu haben. Wir exerzierten die Kata sequentiell von vorne nach hinten, wobei immer mehr Techniken kombiniert werden konnten. Da das vor allem für den Kopf sehr anstrengend war, freuten sich alle auf das anschließende UKD Sommerfest, zu dem auch die Lehrgangsteilnehmer herzlichst eingeladen waren. Neben Karate-Themen beherrschte auch Fußball die Gesprächsthemen. Beim WM Spiel Kamerun Dänemark unterstützten wir tatkräftig unsere dänischen Gäste.

Am Sonntag wurde das letzte Drittel der Kata untersucht. Charakteristisch für diesen Teil der Kata waren die fortgeschrittenen Selbstverteidigungstechniken wie Würfe und komplexere Armhebel. Das abschließende Highlight der letzten Kata-Bewegung war ein Wurf, bei dem Mann unter den Partner taucht, diesen auflädt, mit ihm auf den Schultern liegend aufsteht und ihn dann zu verschiedenen Seiten abwerfen kann, sehr ähnlich dem aus dem Judo bekannten Kata-Guruma. Weiter wurden die Bunkai-Sequenzen in Drills und Sparrings, die ein effektives Training gewährleisten, gepackt und den Teilnehmern die Möglichkeiten illustriert, wie die Techniken im heimischen Dojo geübt werden können.

Da es sich der Kanku-Dai um eine der längsten Kata im Shotokan-Karate handelt, waren die Teilnehmer am Ende der beiden Tage mit Informationen randvoll abgefüllt. Nicht zuletzt Iains anschauliche Art, Kata zu erklären und zu deuten, machte den Lehrgang für alle interessant. Auch durften seine Geschichten und Witze nicht fehlen, die den Lehrgang sehr auflockerten. Alle Teilnehmer waren mit dem Lehrgang sehr zufrieden, wie auch viele positive Rückmeldungen zeigten. Da wir so viele Wiederholungstäter begrüßen konnten, wähnen wir uns auf dem richtigen Weg für die angewandte Kata=Bunkai=Selbstverteidigung. :-)

Nicolas Hofele, Sebastian Gunreben, UKD Redaktion

Bilder vom Bunkai Lehrgang

19./20.06.2010 — 2. Bunkai Lehrgang mit Iain Abernethy

UKD Bunkai Lehrgang mit Iain Abernethy, 5th Dan (British Combat Association & Karate England), Mitglied des Combat Hall of Fame.

Lehrgangsort: Halle Allmandring, Allmandring 28, 70569 Stuttgart-Vaihingen (Uni Campus)

Ausschreibung Iain Abernethy Bunkai Lehrgang in Stuttgart

:!: Der Lehrgang ist ausgebucht! Wenige Restplätze für Sonntag sind noch erhältlich!

Lehrgangsbericht vom Iain Abernethy Lehrgang

 
www/dojo/events/2010-06iainabernethy/bericht.txt · Zuletzt geändert: 2010/10/09 13:42 von sebastian
 
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