Lehrgangsbericht Urlaub und Karate auf Mallorca vom 27.-31.08.2007

Vom 27.08.2007 bis 31.08.2007 fand zum dritten Mal der Lehrgang „Karate und Urlaub auf Mallorca“ in Ca'n Picafort statt. Das bewährte Trainerteam setzte sich zusammen aus Walter Gomm, Janez Sherlak, Rainer Mittenzwey und Nick Hofele. Mit den Trainern fanden auch zwanzig Teinehmer wieder den Weg an den nördlichen Zipfel des vermeindlich 17 Bundeslandes.

Das Trainingsprogramm umfasste Trainingseinheiten am Morgen ab sieben für drei Stunden und ein Spätnachmittagprogramm mit weiteren vier Stunden. Dazwischen: Siesta!! Wo wollte man die auch anders verbringen als wechselseitig am Strand und im Wasser. Das breitgefächerte Programm umfasste neben speziellem Karatetraining (Kata/Kumite/Kihon) auch Einheiten für nicht-Karateka, wie z.B. Meditation, Ki- und Bioenergieübungen, Balintawak-Arnis und Methoden der Selbstverteidigung.

Trainingsplan

Gruppe Zeit MO 27.09. DI 28.09. MI 29.09. DO 30.09. FR 31.09.
Inhalt 07:15 - 07:45
Morgengruss am Strand
Referent
Walter
Thema Meditation am Strand
Inhalt 08:00 - 09:00 LG-Auftakt Crashkurs Kumite
Referent Alle Rainer
Thema Gemeinsames Training Angriffs-
kombinationen I
Angriffs-
kombinationen II
Konter-
möglichkeiten I
Frühstück Kyu-Prüfung
Inhalt 10:00 - 11:00 Crashkurs Kumite Kihon/Kata Kihon/Kata Kihon/Kata Dan-Prüfung
Referent Rainer Walter Janez Janez
Thema Step-/Schritt-T. Teilnehmerwunsch Meikyo Nidan Meikyo Shodan
Inhalt 11:00 – 12:00 Goshin
Referent Nick
Thema Einf. in Goshin
Gruppe Zeit Mittagspause
Inhalt 16:00 - 17:00 Kihon Kata Kihon Kata Frei Kihon Kata LG-Abschluss
Referent Janez Janez Janez Walter
Thema Rohai, Meikyo Nidan Meikyo Nidan, Meikyo Shodan TaiJi Shodan Tekki Sandan
Inhalt 17:00 - 18:00 Bioenergie Bioenergie Bioenergie Frei
Referent Walter Walter Walter
Thema Ki/Bioenergie Ki/Bioenergie Ki/Bioenergie
Inhalt 18:00 - 19:00 Individualtraining Individualtraining Individualtraining
Referent mit den Trainer abstimmen mit den Trainer abstimmen mit den Trainer abstimmen
Thema
Inhalt 19:00 - 20:00 Balintawak- Arnis Balintawak- Arnis Balintawak- Arnis
Referent Nick Nick Nick
Thema Grundlagen Grundlagen Grundlagen

Morgengruß am Strand

Fast täglich kurz nach sieben lud Walter zur Morgenmeditation am Strand ein. Nachdem die Kehrmaschine am Morgen aber jeden noch zu ruhigen Geist aus dem Gleichgewicht gebracht hätte, wurde die Meditation kurzerhand an den Hotel-Pool verlegt. Ok, also nochtmal … fast täglich kurz nach sieben lud Walter zur Morgenmeditation am Hotel-Pool ein. Sieben Uhr am Strand … sorry Hotel-Pool, gehts noch? Es geht! Wer einmal entspannt und gelöst in Meditation versunken den Sonnenaufgang am Meer erlebt hat, mit oder ohne Kanku Dai, steht immer wieder früh morgens auf, um diesem Spektakel beizuwohnen.

Ki- und Bioenergie

Walter Bioenergiekurs beinhaltete Bewegungsübungen und spezielle Atemübungen zur Kontrolle des Energieflusses. Wir versuchten auf unseren Körper zu hören, in unseren Körper zu hören und die Energie fliessen zu lassen. In den Partnerübungen stand dann Massage im Vordergrund, die vor allem im letzten Drittel der Woche sehr gerne angenommen wurde.

Kumite

Der Crashkurs Kumite vermittelte grundlegende Schritt/Step, Angriffs- und Kontertechniken. Dies beinhaltete den klassischen Kizami/Gyaku Angriff, sowie Block, Ausweich- und Kontertechniken zu beiden Seiten mit der Faust und dem Fuss. Ausserdem Randori und Abhärtung (zumindest für die Männer). Der Crashkurs weckte bei vielen Teilnehmern Lust nach mehr Kumite im regulären Trainingsprogramm. Dies ist wohl nicht zuletzt Rainer zu verdanken, der im Lauf dieser Woche den Crashkurs kontinuierlich aufbaute und stets wusste, wie die Teilnehmer zu motivieren waren (um acht vor dem Frühstück!!). Teilnehmer des Kurses war vor allem die weibliche Unter- und Mittelstufe. Vereinzelt besuchte auch die Oberstufe diesen Kurs, um ihre Kenntnisse aufzufrischen.

Kata Janez

In einem Teil der Kihon/Kata Einheiten, führte Janez die Kata Meikyo Shodan, Meikyo Nidan und TaiJi Shodan ein. Die Kata Rohai aus dem letzten Jahr wurde wiederholt.
Mit diesem sehr vollem Programm überraschte Janez seine Teilnehmer in seinen Einheiten. Am Montag wurde die Kata Rohai wiederholt und obwohl es schon ein Jahr her war, dass sie das letzte Mal gelaufen wurde, ging sie erstaunlich gut von der Hand/Fuss.
Die Kata Rohai ist verwandt mit der Meikyo Reihe. Daher stellte Janez bei den Meikyo-Einheiten immerwieder Bezüge zwischen den Kata her. Neben dem Vergleich der Rohai und den Meikyo Kata zeigte Janez auch Unterschiede zwischen einzelnen Meistern und Verbänden auf. Mit seinem unglaublichem Wissen beeindruckte er sehr.
Den Abschluss der Kata Reihe bildete die TaiJi Shodan, eine gute knackige Kata, die in einer Trainingseinheit schnell erlernt werden konnte und mit zwei Sprüngen mächtig Eindruck machen kann.

Balintawak Arnis

Erneut konnte bei Nick die philippinischen Stockkampfkunst Balintawak-Arnis erlernt und trainiert werden. Viele der diesjährigen Lehrgangsteilnehmer waren „Wiederholungstäter“ und hatten bereits im Vorjahr auf Mallorca das Balintawak kennengelernt. Zu ihrer eigenen Verblüffung war es ihnen somit möglich, nahtlos an dem damals erlernten anzuknüpfen und sich auch in dieser Kampfkunst weiter zu entwickeln. Doch auch für Lehrgangsteilnehmer, die noch nie mit einem Stock trainiert hatten, war der Einstieg schnell gefunden, so dass bereits bei den letzten beiden Trainingseinheiten der Woche auf verhältnismäßig hohem Niveau trainiert und sogar fast schon richtig gekämpft werden konnte.
Jede Trainingseinheit baute auf der vorangegangenen auf, was den Teilnehmern sehr entgegen kam. Da diesmal vor allem elementare Technikzirkel mit „nur“ einem Rattanstock pro Person geübt und durch die sich ständig wiederholenden Bewegungen schnell verinnerlicht werden konnten, war der sichtbar rasche Fortschritt der Teilnehmer garantiert. Diese Übungsform entspricht auch der Grundidee des Balintawak-Arnis, bei der durch fortlaufende Bewegungszirkel die jeweils trainierten Angriffs- und Abwehrbewegungen in kurzer Zeit sehr oft wiederholt werden. Die einzelnen Zirkel werden dann unterschiedlich miteinander kombiniert, wodurch schließlich ein kotrolliertes Sparring ermöglicht und der Übende an den freien Kampf herangeführt wird. Anzumerken ist noch, dass das Balintawak sehr schnelle Reflexe abverlangt und auch „für den Kopf“ sehr anspruchsvoll ist, was am Ende eines langen Trainingstages und bei den herrschenden sehr warmen Tamperaturen durchaus nicht leicht fiel. Auch aus diesemn Grund war Nick sehr zufrieden mit den gezeigten Leistungen der Teilnehmer!

Selbstverteidigung

Nick unterrichtet im UKD-Stuttgart auch Selbstverteidigung (jap. Goshin). Diesmal zeigte Nick auf, dass Selbstverteidigung und die Anwendung der Kata-Techniken im sog. Bunkai bei korrekter Ausführung ein und das selbe sind. Deutlich machte er dies, indem er sich auch auf Wunsch der Teilnehmer auf nur wenige Techniken beschränkte, die dafür in den jeweils aufeinander aufbauenden Trainingseinheiten intensiv geübt wurden. So wurden sämtliche Schlagabwehrformen der Technik „Shuto-Uke“ unterrichtet und jeweils der Bezug zu den Bewegungsmustern und -lehren aus den bekannten Kata hergeleitet. In den weiteren Trainingseinheiten wurden dann sinnvolle Folgetechniken zur Kontrolle des Gegners ergänzt. In der letzten Trainingseinheit des Lehrgangs ging Nick noch auf Verteidungstechniken gegen unterschiedliche Arten das Ergriffen werdens ein und zeigte auch hier die Verbindungen zu den Kata auf. Im Gohin-Training konnten die Teilnehmer auch die im Bio-Energie-Training von Walter geübten Bewegungen in der Anwendung erproben, da diese sich im Karate und insbesondere im Goshin sehr gut umsetzen lassen. Auch die Prüflinge nutzten das Goshin-Angebot wieder als Vorbereitung für die am Lehrgangsende stattfindeden Gürtelprüfungen.

Individualtraining

Neben den frontalen Trainingseinheiten gab es dieses Jahr als Besonderheit das Individualtraining. Hier steht nicht ein Trainer vor, dem nachgeturnt werden soll, sondern hier konnten sich die Teilnehmer in kleinen Gruppen mit dem Trainer ihrer Wahl verabreden und die Trainingsschwerpunkte individuell setzen. Gab es in den vorherigen Stunden z.B. noch Unklarheiten in einer Kata fand man in dieser Einheit die Zeit die entsprechende Passage zu erklären und einzuüben. Auch die Prüflinge nutzen die Zeiten sehr gerne um sich Verbesserungsvorschläge zum Kihon oder Tipps und Tricks für den Wahlteil zeigen zu lassen. Spontan fand sich auch eine kleine Gruppe die über den Tellerrand des Balintawak-Arnis hinausschauen wollte und so vermittelte Nick sehr gerne sein Wissen einer kleinen Stockanhängerschar. Das Individualtraining zeigte sich als eine gern angenommene Ergänzung zum sonstigen Frontaltraining.

Prüfung

Der Lehrgang auf Mallorca war natürlich auch die Gelegenheit einen Lehrgangs- und Prüfungsstempel von der Insel einzuheimsen. Sechs Kyu-Prüflinge und zwei Dan-Prüflinge stellten sich am Freitag der Prüfung. Während der ganzen Woche wurden verteilt prüfungsvorbereitende Einheiten gegeben, die mit den Prüflingen die Teile Kihon, Kata und Bunkai/Kumite/SV nochmals durchgingen. Nach einer Woche mit 5-7h Training pro Tag, gaben die Prüflinge in ihrer Prüfung nochmals alles, das Adrenalin machts möglich. Und um die Spannung vorwegzunehmen, alle haben sie erfolgreich gemeistert. Drei Prüflinge bestanden die Prüfung zum 7. Kyu, zwei zum 4. Kyu und einer zum 1. Kyu. und zwei zum 3. Dan. Gratulation!

Abschluss

Am Freitag Nachmittag klang der Lehrgang mit einer finalen Trainingseinheit von Walter aus. Nach der Übergabe der Prüfungsurkunden und den letzten Worten der Trainer endete der Lehrgang im Meer. Fröhliche Karateka stürzten sich samt Anzug in die aufgewühlte See. Ein Gruppenphoto und Wasserspiele liesen den Lehrgang im sportlichen Sinn zur Belustigung der badenden Gäste ausklingen.


Sebastian, Nick, Rainer
UKD Redaktion
(Fotos zum Vergrößern anklicken)
Bilder vom Mallorca Lehrgang

 
www/dojo/events/2007-08-27mallorca/bericht.txt · Zuletzt geändert: 2009/07/19 15:59 von sebastian
 
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